Management-Holding mit langfristigen Zielen

Der Weg der Possehl-Gruppe ist geprägt von Stabilität und einer langfristigen Unternehmensentwicklung. In Ausrichtung darauf beteiligen wir uns bevorzugt an Unternehmen aus reifen Branchen und Nischenmärkten. Wir führen unsere Unternehmen dezentral. Die jeweiligen Führungsgesellschaften bewegen sich operativ selbstständig, sodass sie die notwendigen Entscheidungen unmittelbar in ihren Märkten treffen können.

Umsatzentwicklung in Mio. €

2020 | 4.430
2019 | 4.140
2018 | 3.764
2017 | 3.809
2016 | 3.877

EBIT vor Sondereffekten in Mio. €

2020 | 140
2019 | 173
2018 | 181
2017 | 176
2016 | 175

Vorstand

Joachim Brenk

Vorstandsvorsitzender
Dr.-Ing.

Seit 2009 Mitglied des Vorstands und seit 1. August 2017 Vorstandsvorsitzender, zuständig für die Geschäftsbereiche Intralogistik, Druckmaschinen und Edelmetallverarbeitung.

Mario Schreiber

Stellvertretender Vorstandsvorsitzender
Diplom-Betriebswirt

Seit 2004 für die Possehl-Gruppe tätig und seit 2013 Mitglied des Vorstands, zuständig für die Geschäftsbereiche Reinigungsmaschinen, Bauleistungen, Elektronik und Mittelstandsbeteiligungen.

Henning von Klitzing

Mitglied des Vorstands
Dr. rer.-pol., Rechtsanwalt

Seit 2006 für die Possehl-Gruppe tätig und seit 2013 Mitglied des Vorstands, zuständig für den Bereich M&A.

Mark Meulbroek

Mitglied des Vorstands
Dipl.-Ing./MBA

Seit 2010 für die Possehl-Gruppe tätig und seit 2021 Mitglied des Vorstands, zuständig für die Geschäftsbereiche Reifentechnik und Identifikationslösungen.

Aufsichtsrat

Uwe Lüders

Vorsitzender
Dipl.-Volkswirt

Claus Bunk

Stellvertretender Vorsitzender
Vertrieb Projektmanagement der Böwe Systec GmbH
Gesamtbetriebsratsvorsitzender der Böwe Systec GmbH
Konzernbetriebsratsvorsitzender der L. Possehl & Co. mbH

Marcus Both

Versicherungskaufmann der Lubeca Versicherungskontor GmbH

Hanno Brüggen

Persönlich haftender Gesellschafter der H. & J. Brüggen KG

Thomas Fischer

Vorsitzender des Aufsichtsrats der Mann + Hummel GmbH

Henning Groskreutz

1. Bevollmächtigter der IG Metall – Geschäftsstelle Lübeck-Wismar

Astrid Hamker

Gesellschafterin und Beiratsmitglied Piepenbrock Unternehmensgruppe

Michael Hinrichsen

Versicherungskaufmann der Lubeca Versicherungskontor GmbH

Liane Papaioannou

1. Bevollmächtigte der IG Metall Verwaltungsstelle Pforzheim

Max Schön

Unternehmer
Vorsitzender des Stiftungsvorstands der Possehl-Stiftung

Angelika Strait-Binder

Persönlich haftende Gesellschafterin der J. G. Niederegger GmbH & Co. KG

Anton Zehentner

Betriebsratsvorsitzender der Heimerle + Meule GmbH
Fuhrparkleiter und Teamleiter Logistik/Versand der Heimerle + Meule GmbH
Mitglied im Konzernbetriebsrat der L. Possehl & Co. mbH

Ziele und Strategie

WACHSTUM UND WERTSTEIGERUNG

Wir wollen den Ertrag unserer Gruppe kontinuierlich ausbauen und den Unternehmenswert nachhaltig steigern.
Dazu brauchen wir passende Unternehmertypen für das Management – für jede unserer zahlreichen Gesellschaften. Diese haben große unternehmerische Freiheiten im Rahmen unseres Werteverständnisses. Zudem wollen wir inhaber- und familiengeführten Unternehmen attraktive Nachfolgelösungen anbieten und damit neue Unternehmen für unsere Gruppe gewinnen.

DIVIDENDENFÄHIGKEIT

Wir wollen unserer Eigentümerin, der gemeinnützigen Possehl-Stiftung, regelmäßig eine attraktive Dividende zahlen, auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten.
Dies erreichen wir durch eine langfristig ausgerichtete Ertrags- und Investitionsplanung sowie durch eine konservative Auslegung unserer Bilanzierungsspielräume. Bei wesentlichen Entscheidungen prüfen wir immer auch, ob wir unserem Dividendenversprechen weiter dauerhaft nachkommen können. Wir setzen auf die nachhaltige Ertragskraft unserer Unternehmen und verfolgen bewusst keine Exit-Strategie.

STABILITÄT

Wir wollen die unternehmerischen Aktivitäten unserer Einzelgesellschaften durch eine starke Gesamtgruppe absichern.
Um das zu gewährleisten, sorgen wir für ein diversifiziertes, das heißt über Branchen und Industrien hinweg breit aufgestelltes Portfolio, dessen Gesellschaften möglichst unterschiedlichen Konjunkturzyklen unterliegen. Diese Breite wollen wir in den kommenden Jahren weiter erhöhen. Trotz aller angestrebten Diversifikation – unser Anspruch ist es, jedes unserer Geschäftsmodelle zu verstehen. Denn nur was wir verstehen, können wir auch entwickeln.

SOZIALE VERANTWORTUNG

Wir sind uns bei der Erreichung unserer Ziele stets unserer sozialen Verantwortung bewusst.
Im Hinblick auf unsere Gesellschafterin fühlen wir uns hierbei einem hohen Niveau verpflichtet. Deshalb spielt der Mensch bei unseren Entscheidungen immer eine sehr bedeutende Rolle. Kommuniziert wird bei uns im Mittelstand auf Augenhöhe, offen und ehrlich. Mitarbeitervertreter, Betriebsräte und auch die Gewerkschaftsvertreter sind regelmäßige und willkommene Gesprächspartner unserer Geschäftsführungen.

Führungsverständnis

KURZE WEGE UND SCHNELLE ENTSCHEIDUNGEN

Eine gute Gelegenheit wartet nicht und ein dringendes Ereignis erlaubt selten Aufschub. Warum auch? Die modernen Kommunikationswege ermöglichen in Organisationen heute schnelle und effiziente Austauschprozesse. Auch bei uns: Wir sind in der Holding für unsere Gesellschaften jederzeit und auf kurzem Weg ansprechbar. So können wir rasch und unkompliziert dazu beitragen, dass eine Aufgabe gelöst wird. Dem Prinzip folgen alle unsere Unternehmen.

NEUES WAGEN

Angesichts der hohen Entwicklungsdynamik in den Märkten müssen auch unsere Unternehmen noch agiler werden und sich insbesondere in den kommenden Jahren den Herausforderungen der Digitalisierung stellen. Wir halten unsere Gesellschaften dazu an, die Chancen, die sie erkennen, mit einem „kontrollierten Risiko“ zu erschließen. Damit nehmen wir auch in Kauf, dass sie im Nachhinein mit manchen Entscheidungen nicht immer richtig liegen. Aber das ist Unternehmertum. Wichtig ist, dass es in der Summe passt.

KLARE ZIELE UND OFFENES FEEDBACK

Auch für unsere Gesellschaften ist die Handlungsfreiheit an Bedingungen geknüpft. Wir legen großen Wert auf Transparenz, klare Vereinbarungen und verständliche Rückmeldungen. Dazu nutzen wir die informellen Dialoge, Quartals- und Jahresgespräche mit unseren Geschäftsleitern. Grundsätzlich schätzen wir das persönliche Gespräch mehr als den Austausch über Mails, exzessive Kennzahlengebilde oder gestylte Präsentationen.

KOOPERATIVE FÜHRUNG

Keiner kennt seine Gewässer besser als der Kapitän, der sich Tag für Tag darin bewegt. Das wissen wir, weil wir als Sparringspartner und Berater aus der Holding vormals selbst in Führungspositionen operativer Einheiten viele Jahre Erfahrung gesammelt haben. Deshalb haben wir großes Vertrauen in diejenigen, die unsere Unternehmen führen. Wir machen sie so stark wie möglich und geben ihnen im Alltag bei der operativen Weiterentwicklung größtmöglichen Spielraum. Statt auf Vorgaben setzen wir auf Austausch und Impulse. Auf diese Weise wächst ein wechselseitiges Vertrauen, das insbesondere in einer schwierigeren Phase hilfreich ist.

REGELMÄSSIGER AUSTAUSCH

Information gibt Sicherheit. Deshalb stehen unsere Führungen in einem regelmäßigen und engen Austausch miteinander. Die Geschäftsbereichsleiter besprechen laufend die kurzfristigen Entwicklungen mit den operativen Managements. Dem schließen sich die jährlich stattfindende Digitalkonferenz sowie die Quartalsgespräche zwischen den Geschäftsführungen und der Holdingführung an. Im Herbst folgen die Planungsgespräche. Parallel dazu steht die Holdingführung auch regelmäßig vor Ort im Austausch mit den jeweiligen Geschäftsführungen.

BOTTOM-LINE ACCOUNTABILITY

Zu unserem Führungsverständnis gehört auch, dass sich unsere Gesellschaften eigenständig und unabhängig voneinander entwickeln sollen. Damit geht einher, dass sie in eigener Ergebnisverantwortung operieren. Jede Gesellschaft muss sich selbst rechnen. Quersubventionierungen sind nicht vorgesehen. Gruppenweite Aktionen haben in der Regel optionalen Charakter und gehen zumeist auf Initiativen einzelner Gruppenunternehmen zurück. Beispiele sind Cyber Security, Digitalisierungscluster, Benchmarks, gemeinsamer Einkauf von Lizenzen oder der Innovationswettbewerb.

Verhaltenskodex

„…sey mit Lust bey den Geschäften am Tage, aber mache nur solche, dass wir bei Nacht ruhig schlafen können.“

Wahrspruch des Johann Buddenbrook aus dem gleichnamigen Roman von Thomas Mann

Für den Erfolg einer international tätigen Unternehmensgruppe ist Vertrauen unerlässlich. Eine gute Zusammenarbeit beruht auf dem Vertrauen der Kunden und Geschäftspartner, der Mitarbeiter und des jeweils lokalen Unternehmensumfeldes. Voraussetzung dafür ist die konsequente Einhaltung hoher

Maßstäbe sozialen Verhaltens wie Integrität, Loyalität und Aufrichtigkeit. Es liegt in unserer Verantwortung, über die geltenden Gesetze hinaus universell gültige Grundwerte
unseres Verhaltens zu schaffen und zu bewahren, die Grundlage für jede unternehmerische Aktivität sein sollen.

Deshalb haben wir, der Vorstand der Possehl-Gruppe, einen Verhaltenskodex (Code of Conduct) entwickelt. Dieser Kodex bildet den Rahmen verantwortungsvollen Handelns für alle Mitarbeiter, Partner und Geschäftsführer.

Unternehmens­geschichte

Kontinuität und Wandel seit 1847

Die Possehl-Gruppe schaut auf eine lange und erfolgreiche Vergangenheit.
Über die mehr als 17 Jahrzehnte schärfte sich ein Profil aus Erfahrung und Verlässlichkeit.

1847

Gründung und Aufbaujahre

Am 1. Mai 1847 gründet Ludwig Possehl in Lübeck seine Firma L. Possehl & Co. und beginnt mit dem Handel von Eisen und Kohle.

Die Kunden kommen zunächst aus der Region: Kohle brauchen alle Bevölkerungskreise der Hansestadt und im Umland. Die Eisenwaren werden an verschiedene Branchen wie Handwerk und Gewerbe der näheren Umgebung verkauft. Schon bald beliefert Possehl auch die ersten industriellen Großabnehmer mit Eisenblech, Steinkohle und Generalwaren wie Nägeln und Drähten. Schon jetzt ist ein wichtiges Geschäftsprinzip, das Geschäft auf eine möglichst breite Grundlage zu stellen.

Verbesserungen in der Infrastruktur führen zu einem Aufschwung. Die aufkommende Dampfschifffahrt auf der Trave, die Modernisierung des Hafens und auch der Anschluss Lübecks an das Eisenbahnnetz beleben das Geschäft. Auch die Zollbestimmungen werden für die Kaufleute erleichtert.

Wirtschaftliche Krisen, wie etwa 1857, als das wirtschaftliche Leben im Deutschen Reich fast völlig zusammenbricht, meistert Possehl dank einer stabilen Eigenkapitaldecke. Die vorsichtige Entnahmepolitik führt dazu, dass das Eigenkapital der Gesellschaft trotz der schwierigen ersten 15 Jahre auf das Siebeneinhalbfache des Startkapitals ansteigt.

1873

Entwicklung nach Europa

1873 übernimmt Emil Possehl, der älteste Sohn Ludwigs, die Führung der Geschäfte. Zu dieser Zeit beginnt die Phase der Schwerindustrie. Emil Possehl erkennt den industriellen Trend frühzeitig und richtet sein Geschäft darauf aus.

In den 90er Jahren ist die industrielle Revolution in vollem Schwung: Die deutsche Stahlindustrie beschert Possehl einen Markt, der europaweite Aktivitäten ermöglicht. Emil Possehl organisiert insbesondere den schwedischen Erzabsatz in Deutschland und wird zum größten Importeur für schwedische Eisenerze.

Bis zum Beginn des 1. Weltkrieges kann Emil Possehl, er ist inzwischen Senator der Hansestadt Lübeck, sein Unternehmen stark ausbauen: Er hält – zumeist im Ausland gelegene – Beteiligungen an Roheisen- und Stahlwerken, an Kalksteinbrüchen und Schwefelkiesgruben. Eine unternehmenseigene Reederei übernimmt die europaweite Distribution vom hohen Norden bis hinunter nach Lissabon und Afrika.

1915 strafft Emil Possehl die Unternehmensstrukturen. Aus den bisherigen Abteilungen seines Gesamtunternehmens werden selbstständige Handelsgesellschaften. Die L. Possehl & Co. mbH wird Dachorganisation. Damit ist die Grundlage für die Organisation geschaffen, die das Unternehmen auch im 21. Jahrhundert noch prägt: die Gliederung in eine Obergesellschaft und ihre untergeordneten Einzelgesellschaften.

1918

Jahre der Bewährung

Der Erste Weltkrieg führt zu empfindlichen Einbrüchen: Kriegsanleihen platzen, die Verluste müssen durch den Verkauf von Rechten an schwedischen Erzgruben finanziert werden. Dank des heimischen Kohle- und Hausbrandgeschäfts bleibt das Unternehmen überlebensfähig.

Am 4. Februar 1919 stirbt Emil Possehl. Als Alleinerbin übernimmt die Possehl-Stiftung das Firmenvermögen. Die Stiftung fördert seitdem – ganz im Stiftersinne – die kulturellen, sozialen und andere gemeinnützige Aufgaben in seiner Vaterstadt Lübeck.

Nach den Wirtschaftsturbulenzen der 20er Jahre steigt die Erfolgskurve des Unternehmens in den 30er Jahren wieder an. Neue Branchen und produzierende Unternehmen, Fracht- und Versicherungsagenturen gliedern sich in die Possehl-Gruppe ein. Das Kerngeschäft mit Stahl, Kohle und anderen Brennstoffen entwickelt sich aufs Neue.

In dieser Zeit entstand auch die Possehl-Gruppe in ihrer heutigen Struktur. Die Possehl-Stiftung überführte die von ihr direkt gehaltenen Unternehmen auf die L. Possehl & Co. mbH und ist seitdem nur noch an der Konzern­obergesellschaft beteiligt.

Der Zweite Weltkrieg hinterlässt tiefe Spuren: Das Unternehmen verliert seinen gesamten Auslandsbesitz und einen wesentlichen Teil seines Absatzmarkts. Die im östlichen Einflussbereich Deutschlands liegenden Niederlassungen gehen verloren, genauso wie die Vermögenswerte im Ausland. Auch das Verwaltungsgebäude in der Beckergrube geht in der Mitte des Krieges samt aller Unterlagen in Schutt und Asche unter.

1948

Wiederaufstieg und internationale Entwicklung

Die Possehl-Gruppe wurde durch den Zusammenbruch Deutschlands und die in Folge eingetretenen politischen Veränderungen hart getroffen. So gingen alle Unternehmen, die ihren Firmensitz im sowjetischen Einflussbereich hatten, verloren. Erst die Währungsreform 1948 schafft die Voraussetzungen für einen erneuten Wiederaufbau.

Die Unternehmensführung knüpft schrittweise wieder zusammen, was von den alten Geschäftsbeziehungen noch geblieben ist. Bald kommen neue Verbindungen hinzu. Dabei kommt Possehl die vorhandene Vielfältigkeit von Produktions-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen sehr zu gute. Auch bewährt sich die zentrale Führung der Gruppe durch die Obergesellschaft, die nicht nur Investitionsentscheidungen zielgerichtet lenkt, sondern es werden auch Firmen, die nicht profitabel sind, gestützt und neu ausgerichtet. Oder man trennt sich von Unternehmen, bei denen die Sanierungsbemühungen nicht erfolgreich sind.

Zu Beginn der 50er Jahre zieht die Geschäftstätigkeit wieder stark an. Es folgt ein sehr erfolgreiches Jahrzehnt. 1965 erreicht Possehl einen konsolidierten Konzernumsatz von 831 Millionen DM. In dieser Zeit vollzieht die Possehl-Gruppe einen ersten strukturellen Wandel: Der Anteil der Handelsgeschäfte nimmt durch die Akquisition von Produktionsunternehmen ab. Allen voran der Erwerb der Heimerle + Meule GmbH, die heute noch die Obergesellschaft des Edelmetallgeschäfts bildet, zeichnet verantwortlich für diese Strukturveränderung.

1997

Possehl feiert 150jähriges Firmenjubiläum

Insbesondere die 80er und 90er Jahre sind von einem starken Wachstum geprägt. Es können viele überwiegend mittelständische Unternehmen im Inland akquiriert werden. Damit einhergehend hat sich die Unternehmensgruppe zu einem diversifizierten Konzern mit gleichen Anteilen an Handels- und Produktionsaktivitäten entwickelt.

Mittlerweile zählt Possehl mit einem Jahresumsatz von mehr als 3 Milliarden DM und nahezu 5.000 Mitarbeitern zu den größten 100 Firmen in Deutschland.

Possehl heute

Diversifizierte, globale Unternehmensgruppe

Possehl ist heute eine global tätige und bewusst breit gestreute Unternehmensgruppe mit einem Jahresumsatz von nahezu 4 Milliarden Euro. Rund 12.500 Menschen sind in den mehr als 180 Konzerngesellschaften erfolgreich tätig.

Der Schwerpunkt unserer Aktivitäten liegt in der Investitionsgüterindustrie und dort im Maschinen- und Anlagenbau. Mit seinen aktuell neun voneinander unabhängigen und weitgehend dezentral geführten Geschäftsbereichen ist Possehl ein Mischkonzern im klassischen Sinn. Das Unternehmensportfolio umfasst auch eine Vielzahl von sogenannten Hidden-Champions und ist neben Rentabilität und Dividendenstetigkeit auf Langfristigkeit, Stabilität und Risikostreuung ausgerichtet. Die Verfolgung dieser strategischen Unternehmensziele trägt auch der langfristigen Orientierung unserer Gesellschafterin, der Possehl-Stiftung, Rechnung. Unabhängigkeit ist für Possehl außerordentlich wichtig und spielt bei allen unseren Entscheidungen eine ganz wesentliche Rolle.

Possehl-Stiftung

Alleinige Gesellschafterin – seit über 100 Jahren

Seit über 100 Jahren hat die Possehl-Stiftung ihren Sitz in der Beckergrube in der Lübecker Altstadt, so wie die 1847 gegründete L. Possehl & Co. mbH. Sie fördert „alles Gute und Schöne“ in Lübeck und setzt sich mit ihrer Arbeit für die Erhaltung des schönen Bildes der Stadt, die Förderung der Jugend, die Pflege von Kunst und Wissenschaft und die Linderung der Not der Bedürftigen ein.

„Mein größter Wunsch ist es, dass die Früchte meines Lebenswerkes meiner geliebten Vaterstadt, der freien und Hansestadt Lübeck, zu Gute kommen mögen.“

Emil Possehl

Die Possehl-Stiftung ist einerseits eine Unternehmensstiftung, sie ist zugleich auch eine gemeinnützige Einrichtung. Damit kommen die unternehmerisch erwirtschafteten Erträge letztlich ausschließlich dem Gemeinwohl zu Gute. Gemäß dem Wunsch und Testamentswillen Emil Possehls partizipieren die Stadt Lübeck und ihre Bürger in besonderem Maße am unternehmerischen Erfolg der Possehl-Gruppe.

Unterstützt und gefördert werden:
◦ Das schöne Bild der Stadt
◦ Gemeinnützige Einrichtungen
◦ Pflege von Kunst und Wissenschaft
◦ Förderung der Jugend
◦ Linderung der Not der Bedürftigen

Der Stifter Emil Possehl

1850 wird Emil Possehl als erster Sohn des Lübecker Kaufmanns Ludwig Possehl in der Lübecker Beckergrube geboren. In seinem Elternhaus werden auch die Geschäfte der Firma L. Possehl & Co., einer Eisen-, Blech- und Kohlenhandlung, abgewickelt. 1873 tritt Emil Possehl in den väterlichen Betrieb ein und ist wenige Jahre später durch den Zukauf von Unternehmen in Russland, Schweden und Norwegen ein global agierender Großindustrieller. Der Warenumsatz steigt um das Fünfzigfache. 1901 wird er in den Lübecker Senat gewählt. Emil Possehls Stiftungen zu Lebzeiten sind Ausdruck seines Gestaltungswillens: Er befördert den Neubau des Theaters in der Beckergrube und ermöglicht den Bau eines Zeppelins. Als er 1915 sein Testament macht, beträgt sein Vermögen 100 Mio. Mark. Da seine Ehe kinderlos bleibt, vermacht er der Possehl-Stiftung sein Firmenvermögen.

Stiftung und Unternehmen eng verbunden

Am 17. Mai 1919 wurde die Possehl-Stiftung per Senatsdekret rechtskräftig und fördert seitdem „alles Gute und Schöne“ in Lübeck. Gleichzeitig schafft die von Emil Possehl gewählte Konstruktion der Possehl-Stiftung als alleinige Eigentümerin der Firma auch die Voraussetzung für eine auf Dauer angelegte Unternehmensführung. So sind das Unternehmen und die Stiftung nun seit mehr als 100 Jahren eng miteinander verbunden. Dazu trägt auch die räumliche Nähe bei: Der Hauptsitz von Unternehmen und Stiftung ist von Anbeginn an in der Beckergrube in Lübeck. Ganz entscheidend aber ist die gemeinsame Fortsetzung des unternehmerischen Denkens und Handelns von Emil Possehl, dem Stiftungsgründer. Dieser zog es stets vor, sein Geld in unternehmerische Aktivitäten zu investieren. Damit bildet die Unternehmensgruppe das Grundstockvermögen der Possehl-Stiftung. Damit die Possehl-Stiftung gemeinnützige Projekte nachhaltig und verlässlich fördern kann, ist die Erwirtschaftung einer stetigen Dividende durch das Unternehmen unerlässlich, und zwar auch in Zeiten eines wirtschaftlichen Abschwungs. Sowohl das Unternehmen als auch die Stiftung orientieren sich bei ihrem Handeln an langfristigen Zielen.

Heute gehören dem Stiftungsvorstand 19 Personen an. Stifter Emil Possehl hatte festgelegt, dass er sich aus „Mitgliedern des Senats, der Behörden, der Kaufmannschaft, der Geistlichkeit, der Lehrerschaft, der Anwaltschaft und der sonstigen freien Berufe“ zusammensetzen soll. Auch heute arbeiten Vertreter der von Emil Possehl genannten Berufsstände ehrenamtlich im Stiftungsvorstand. Die Vorstandsmitglieder engagieren sich in zahlreichen Arbeitsgruppen, Jurys und bei Besuchen in den geförderten Einrichtungen.

Not lindern in Krisenzeiten

Die Anträge auf individuelle Förderung sind im Frühjahr 2020 aufgrund der Pandemie in die Höhe geschnellt. Es wurde sofort klar: Die Kulturschaffenden fallen durch alle Raster, viele haben keinerlei Rücklagen, und staatliche Stellen leisten hier keine Soforthilfe. Um hier aktiv zu werden, hat die Possehl-Stiftung eng mit der Innenstadtkirche St. Petri zu Lübeck zusammengearbeitet. Diese hat keine Gemeinde im klassischen Sinn, sondern agiert als Kulturkirche. Hier wurde schnell und unbürokratisch ein Hilfsfonds für freischaffende Künstler eingerichtet, mit dem die größte Not in der Zeit des ersten Lockdowns abgemildert werden konnte. Auch eine Suppenküche für Obdachlose in St. Petri konnte die Stiftung direkt unterstützen.

Zuwendungen in €

1950-2019408.786.362,57
202026.228.803,30
Summe435.015.165,87

Hier geht es zur Website der Possehl-Stiftung www.possehl-stiftung.de